Citizen Science - wir sind dabei

Das ist ein Buchen-Streckfuß, wie ich nach ewig langer Recherche herausbekommen habe. Dieses Insekt habe ich vorher noch nie gesehen; ist aber einer der häufigsten Nachtfalter, die es gibt. Überhaupt sind die meisten der ca. 3700 Schmetterlingsarten in Deutschland Nachtfalter und leben im Verborgenen. Dieser hübsche Gesell,  mit genauso behaarten Beinen , wie die der deutschen Torwartfrau Nadine Angerer bei der WM 2011 habe ich auch nur zu Gesicht bekommen, weil er sich an der Nachts dauerhaft brennenden Außenbeleuchtung unserer Nachbarn abgearbeitet hat. Nördlich der Alpen gibt es ca. 140 Tagfalter; bei uns in Niedersachsen sicher noch mal deutlich weniger. Die Bindung der Falter an nektarspendende Blütenpflanzen ist eine Sache, aber viel wichtiger ist, dass die Raupen oft ganz bestimmte Wirtspflanzen brauchen. Das klassische Problem: Sommerflieder hübsch, Brennnesseln doof. Aber ohne Brenesseln kein Admiral, kein Kleiner Fuchs, kein Tagpfauenauge. Über 50 Schmetterlingsarten legen an Brennesseln ihre Eier ab.

 

 

 

Wir wollen den Tagfaltern auf die Flügel gucken und haben unsere Wiese am Tostedter Weg offiziell beim Tagfalter-Monitoring-Projekt angemeldet. Damit nehmen wir Teil an einer durch freiwillige Helfer durchgeführten Dokumentation / Zählung von Schmetterlingen über einen bestimmten Zeitraum, um die Entwicklung der Populationen festzuhalten. Schmetterlinge sind schwer zu bestimmen, weil sie meist wegflattern, wenn sich jemand mit großen Augen nähert. Einen Kescher wollen wir nicht verwenden, sondern nur Handykamera, Fernglas und Bestimmungsbuch. Da Tagfalter als wichtige Indikatoren der Biodiversität gelten, können die gewonnenen Ergebnisse auch über andere Artengruppen Aufschluss geben.

 

Wir werden euch auf dem Laufenden halten. Wir starten in der letzten Maiwoche und führen die Zählung bis in den September hinein durch.