Bauer Lars sagt

auf jeden Fall machen!!!

 

In wenigen Wochen startet das Volksbegehren Artenvielfalt Niedersachsen (klickt hier in die offizielle Homepage).
Ein noch nicht abgeschlossener Vorschlag für den detaillierten Gesetzestext schicke ich bei Bedarf an Interessierte. Als Vertreterin für den Imkerverein Buchholz war ich zu einem Info- und Vorbereitungstreffen für mögliche Bündnispartner Anfang März geladen und es wurde in einem eindrucksvollen Vortrag für Unterstützung geworben. Die Hobbyimker haben sich nämlich im Gegensatz zum Verband der Berufsimker, die das Volksbegehren unterstützen, bis jetzt nicht dazu geäußert. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Forderungen voll unterstütze. Viele Teilnehmende fanden diese sogar zu moderat; dies wurde mit der erhöhten Umsetzungswahrscheinlichkeit begründet. 

 

Die Frage, die mich umgetrieben hat  die letzten Wochen - wie sollen wir uns da als Bienenbotschafter positionieren. Müssen wir das überhaupt? Ich finde schon, denn - sollten die notwendigen Unterschriften zusammenkommen - sind ja nur läppische 610.000 - haben wir für die Natur Niedersachsens einen großen Sieg errungen. Und schließlich geht es um unser ureigenes Thema. Dies ist aber nur möglich, wenn nicht nur Unterschriften geleistet werden sondern auch eine gute Aufklärungsarbeit geleistet wird. Denn es wird viel Gegenwind kommen. Niedersachsen ist zusammen mit Bayern die Speisekammer Deutschlands. Aber nicht nur das. Riesige Mengen an Fleisch und Milchprodukten werden für den globalen Markt produziert; so werden z.B. in Wietze bei Celle jeden Tag 430.000 Hühner geschlachtet. Nicht nur für deutsche Mägen. Nicht gut.

Ohne Frage haben es die Landwirte nicht leicht. In den letzten 10 Jahren haben weit über 5000 Höfe dichtgemacht und das ist bestimmt noch viel schmerzhafter als einen normalen Job zu wechseln. Da geht das Lebenswerk vieler Generationen den Bach runter. Landwirte heute stehen massiv unter psychologischem Druck, denn sie werden vielerorts als Buhmänner hingestellt. Aber das wir mit unserem Konsumverhalten diese Entwicklung befeuern dürfte auch jedem klar sein. Hier die Position der Landwirte für alle, die sich gerne ein umfassendes Bild machen wollen: Landschafftverbindung.

 

Und siehe da - im Grundsatz liegen die Positionen so weit gar nicht auseinander. Mir ist aber seit dem Vortrag von Dr. Henning Aumann (Klimaforum vom 09.03.20) mehr denn je klar geworden, dass wir mit Trallala nicht weiterkommen.

Mein Freund Lars ist seit locker 25 Jahren Biobauer und hat seinen Hof  aufgrund seiner Erkenntnisse und daraus gezogenen Konsequenzen auf Bioland zertifizieren lassen und arbeitet nach deren Grundsätzen, die da wären:

- im Kreislauf wirtschaften
- Bodenfruchtbarkeit fördern

- Tiere artgerecht halten

- wertvolle Lebensmittel erzeugen

- biologische Vielfalt fördern

- natürliche Lebensgrundlagen bewahren

 

Landwirtschaft, wie sie selbstverständlich sein sollte - weiß jeder - nur sind wir bereit, den nötigen Preis dafür zu zahlen?  Offensichtlich nicht, sonst wäre die Situation wohl anders. Lars hat mir ganz klar gesagt, dass die Forderung nach mehr biolologisch bewirtschafteten Flächen wahrscheinlich anfänglich schon zu einem Preisverfall führen wird, aber dass es das für ihn alle Male wert wäre und er einfach daran glaubt, dass immer mehr Menschen begreifen, dass vernünftig erzeugte Lebensmittel der einzige Weg sind unsere natürlichen Ressourcen / Böden zu erhalten. 

Und was Corona - wie auch jede andere Störung im großen Ganzen - bewirkt, zeigt uns dieses kleine Filmchen. Viel Spaß!